MODELLBAU

Kinder an der Schule Saal bauen eine Modelleistenbahn. Gefördert wird das Projekt von “Spielen macht Schule”.

Saal. Im Juni 2015 bewarb sich die Schule in Saal beim Projekt “Spielen macht Schule”. Schulleiter Thomas Köppl hatte ins Konzept geschrieben, die Arbeiten sollen gemeinsam von Grund-, Mittel- und Integrationsklassen Schülern ausgeführt werden. “Ich denke wir haben den Zuschlag bekommen, weil klassenübergreifend das Gemeinschaftsgefühl gestärkt und die Sprache gefördert wird”, so Köppl. Ziel sei es, eine mitteleuropäische Landschaft zu formen in der sich zwei Züge, mal unter- und mal überirdisch, bewegen. Besonders für Schüler der Integrationsklassen sei dies eine schöne Gelegenheit, Begriffe die mit den verschiedensten Bauphasen oder -teilen zu tun haben, kennen zu lernen.

Im Werkraum wird immer mittwochnachmittags fleißig gebastelt. Das Zimmer daneben beherbergt schon erste Aufbauten. Ein bisschen schwierig erweist sich im Moment noch die insgesamte Einteilung. Irgendwie scheint der Platz für Häuser, Bäume, Landschaften, Fluss und See sowie Straßen jetzt schon nicht genügend vorhanden. “Wir werden für alles ein Lösung finden”, meinte Projektbetreuer Erich Lindner, 1. Vorsitzender der Interessensgemeinschaft Modellbau Hallertau e.V. und Mitarbeiter von KESS (Kompetenz extern für Schule und Schulleben).

“Der Zukunftsplan ist, dass möglichst viele Schüler sich mit der fertigen Bahn beschäftigen können”, sagte Köppl. So eine Modelleisenbahn könne ja immer wieder verändert und dadurch lange bespielt werden.

Hanna baute an einem Fahrradständer der mal vor dem Bahnhof stehen soll. Recht filigrane Teilchen will sie passend zusammensetzen. Auch Fahrräder, die dort abgestellt sind, beinhaltet in Einzelteilen das Packet. “Ich mag so Bastelarbeiten gern”, gab Hanna Auskunft und arbeitete angeregt mittels einer Pinzette weiter.

Natascha und Vivien gehen momentan in die Übergangsklasse. “Ich liebe es solche Dinge zu bauen”, erzählte Vivien von ihrer Motivation die Zeit im Werkraum zu verbringen. Beide möchten das gemeinsame Tun nicht missen.

Tobias und sein Schulfreund Daniel wussten, “ganz einfach ist es nicht, die Einzelteile so zusammen zu fügen, dass es letztendlich so aussieht wie auf dem Plan”. Erst mal werde die Anleitung sorgsam studiert und dann Schritt für Schritt abgearbeitet. “Mein Stellwerk ist schon fertig”, so Tobias. Daniel hatte gerade sein drittes Modell in Arbeit. Eine Dorfviehwaage soll es werden.

Wie alle Teilnehmer hat sich auch Marcel freiwillig zum Mitmachen gemeldet. “Fest aufpassen ist schon nötig”, meinte er und setzte munter die Teilchen zusammen.

Janosch freute sich schon darauf, “wenn endlich alles fertig ist und die Bahn in Betrieb geht”. Yassin bastelte an der Pension “Haus Ingrid“ und sein Schulkamerad Leonard an einem Holzunterstand. Marcel, Janosch, Yassin und Leonard sitzen um einen Tisch. Hin und wieder helfen sich die Viertklässler gegenseitig. Michelle arbeitet an einer Bäckerei. „Fast einen Monat bau ich schon daran“, berichtete sie. Es sei ja nur wöchentlich eine Stunde und 15 Minuten Zeit dafür. Felix montierte eine Lagerhalle. Daheim mache er hin und wieder Flugzeuge oder Autos aus Modellbauteilen, antwortete er auf die Frage ob er in solchen Dingen Erfahrung habe.

Alle Häuser sollen später eine Stadt bilden. Alle Kinder zeigten sich begeistert “weil wir bei dem Projekt mit machen können”, so die übereinstimmende Aussage. Alle sind richtig stolz, wenn ein „Bauwerk“ fertig ist, eine bestimmte Windung beim Verlegen der Schienen gelingt oder sie ein verdientes Lob von Köppl oder Lindner erhalten.

 

Mitmachbedingungen: Schule musste sich bewerben

Saal: Grundschüler der vierten Klasse, Integrationsschüler

Ziel: gemeinsam im Spiel bessere Sprachkenntnisse erwerben und etwas Sinnvolles schaffen

Basis: freiwillig Teilnahme

Betreuer: Schulleiter Thomas Köppl, Erich Lindner, 1. Vorsitzender der Interessengemeinschaft Modellbau Hallertau e.V., Mitarbeiter von KESS

Initiative: Transfer Zentrum für Neurowissenschaften

Unterstützer: Kultusministerien der teilnehmenden Schulen

Gesponsert: von Mitgliedsunternehmen des Deutschen Verbandes der Spielwarenindustrie e.V.

Sinn: Im Spiel erlernen Kinder grundlegende Kompetenzen wie Teamfähigkeit oder Umgang mit Konkurrenzsituationen

Erfahrungen: prägen sich weitaus besser ein als theoretisch Gelerntes (xes)

 

Nach MZ, 01.Feb. 2016; Evi Schmidl

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